Füße stehend vor Flatterband bildlich für Abmahnung
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Die Abmahnung im Arbeitsrecht

Eine arbeitsrechtliche Abmahnung durch den Arbeitgeber sorgt immer wieder für Meinungsverschiedenheiten im Arbeitsverhältnis. Denn wie eine Kündigung, kann auch diese arbeitsrechtliche Maßnahme des Arbeitgebers ungerechtfertigt gewesen sein.

Da eine solche Maßnahme durchaus rechtliche Folgen haben kann, muss man sie nicht auf sich sitzen lassen und kann z. B. die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte verlangen und notfalls sogar vor dem Arbeitsgericht durchsetzen. Welches Verhalten optimal ist, ist aber sehr stark vom Einzelfall abhängig.

  • Prüfung der Abmahnung
  • Kommunikation & Verhandlung mit dem Arbeitgeber
  • Entfernung aus der Personalakte

Eine Abmahnung ist eine arbeitsrechtliche Maßnahme des Arbeitsgebers, die keinen unmittelbaren Einfluss auf das Arbeitsverhältnis hat – sie beendet das Arbeitsverhältnis nicht. Vielmehr verwarnt der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer so, wenn der

  • Arbeitnehmer gegen Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis verstoßen hat, aber
  • eine Kündigung wegen der Pflichtverletzung nicht möglich ist.

Dennoch sollte man sie als Arbeitnehmer nicht allzu sehr auf die leichte Schulter nehmen. Denn unter Umständen ist sie eine Vorstufe zur Kündigung bzw. dient der Vorbereitung einer verhaltensbedingten Kündigung und ist damit als Verwarnung vergleichbar mit einer gelben Karte im Fußball.

Eine Abmahnung ist aber nicht immer Voraussetzung für eine wirksame Arbeitgeberkündigung. So muss der Arbeitgeber nicht abmahnen, wenn

  • ohnehin nicht zu erwarten ist, dass der Arbeitnehmer sein Verhalten ändert,
  • das Fehlverhalten so massiv war, dass der Arbeitnehmer mit einer Kündigung deswegen rechnen muss oder
  • das Fehlverhalten das Vertrauensverhältnis so nachhaltig zerstört hat, dass abzumahnen zwecklos ist.

Eine Kündigung ohne zuvor abzumahnen kann dann als ordentliche verhaltensbedingte Kündigung oder sogar als fristlose Kündigung (außerordentliche Kündigung ohne Kündigungsfrist!) ausgesprochen werden. Man sollte sich also als Arbeitnehmer nicht darauf verlassen, dass der Arbeitgeber immer abmahnen muss, bevor er kündigen kann.

Hinzu kommt, dass eine Abmahnung wirksam sein muss, damit sie rechtliche Wirkung entfaltet.

Tipp! Relevant ist das für Sie als Arbeitnehmer vor allem aus einem Grund: Ist eine Abmahnung unwirksam, weil sie z. B. zu Unrecht ausgesprochen wurde, ist sie rechtlich so zu behandeln, als sei sie nie ausgesprochen worden. Erfolgreich gegen eine solche Maßnahme des Arbeitgebers vorzugehen, kann also eine verhaltensbedingte Kündigung zu Fall bringen, wenn wirksam abzumahnen Kündigungsvoraussetzung ist!

Damit eine Abmahnung wirksam ist, muss sie

  • deutlich und konkret das beanstandete Fehlverhaltenbenennen und darlegen, warum das Fehlverhalten eine Verletzung des Arbeitsvertrages ist (Hinweisfunktion).
  • dazu auffordern, exakt dieses Fehlverhalten künftig zu unterlassen.
  • die möglichen Konsequenzen einer Wiederholung dieses Fehlverhaltens aufzeigen. Sie muss die Kündigung androhen, wenn es nochmal zu einer gleichgelagerten Pflichtverletzung kommt (Warn- und Androhungsfunktion).

Wichtig ist, dass das Abmahnen hingegen

  • nicht schriftlich erfolgen muss. Auch mündlich kann eine solche Maßnahme wirksam sein, wird dann aber meist aus Beweisgründen schriftlich nachgereicht und zur Personalakte genommen.

Sie wurden abgemahnt? Als Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfe ich gerne Ihren Fall! Sie erreichen mich in Köln unter 0221 257 830 1 oder nutzen Sie gerne das Kontaktformular!

Nicht zuletzt kann eine an sich wirksame Abmahnung auch ihre Rechtswirkung verlieren. Das ist beispielweise der Fall, wenn der Arbeitgeber auf gleichgelagertes Fehlverhalten nicht mit der angedrohten Kündigung reagiert, sondern immer wieder „nur droht“.

Die Abmahnung verliert dann die notwendige Warnfunktion. Und auch wenn viel Zeit zwischen einem Abmahnen und einem gleichgelagerten Fehlverhalten vergeht (2-3 Jahre), verliert die Abmahnung ihre Wirkung für das erneute Fehlverhalten: Die „alte“ Maßnahme darf nicht (allein) für eine verhaltensbedingte Kündigung wegen des neuen Fehlverhaltens herangezogen werden.

Wurden Sie von Ihrem Arbeitgeber abgemahnt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Aufforderung zur Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte
  • Gegenvorstellung zur eigenen Personalakte abgeben ( 83 Abs. 1 BetrVG)
  • Beschwerde beim Betriebsrat oder beim Arbeitgeber (§ 84, 85 BetrVG)
  • Klage vor dem Arbeitsgericht auf Entfernung aus der Personalakte

Auch gibt es durchaus die Möglichkeit, gegen eine Abmahnung zunächst gar nicht vorzugehen und erst in einem späteren Kündigungsschutzverfahren auch diese arbeitsrechtliche Maßnahmen anzugreifen. Sich nicht sofort zur Wehr zu setzen, schneidet diese Möglichkeit nicht ab und kann im Arbeitsverhältnis eine richtige, strategische Entscheidung sein.

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